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12.12.2018

Landesdatenschutzbeauftragter zu Gast bei "Deuschle im Dialog"

In der Wolfschlugener Turn- und Festhalle (v.li.): Dr. Stefan Brink, Bürgermeister Matthias Ruckh, CDU-Stadtverbandsvorsitzende Ellen Balz und Andreas Deuschle.

Mit einem kleinen Rezept gegen die Abmahnindustrie

Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hat viele Ehrenamtliche in Vereinen verunsichert. Um für einen klareren Durchblick zu sorgen, war auf Einladung von Andreas Deuschle nun der Landesdatenschutzbeauftragte Dr. Stefan Brink zu Gast in Wolfschlugen. Gegen die Abmahnanwälte hat er ein einfaches Rezept parat.

So manches Fragezeichen steht den Ehrenamtlichen auf die Stirn geschrieben, die am Montag zur Veranstaltung „Deuschle im Dialog“ in die Turn- und Festhalle in Wolfschlugen gekommen sind. Thema: Die seit Mai geltende DSGVO. Welche Vorteile soll diese für Vereine überhaupt haben?

Referent Dr. Stefan Brink, der oberste Datenschützer des Landes, gibt angesichts der Verwirrung über die Vorschriften offen zu: „Die Vorteile für Vereine sind schwer zu erkennen.“ Diese hätten tatsächlich vor allem Hinweis- und Informationspflichten. Doch für Mitglieder, Kunden und Geschäftspartner habe die Verordnung, die erstmals in ganz Europa für einheitliche Vorgaben beim Datenschutz sorgt, Vorteile; mit Auskunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrechten. Kurz: „Es geht darum, dass alle wissen, was mit ihren Daten passiert.“

Beim Datenschutz besser sein als jeder zweite Verein


Denn gerade im Zuge der Digitalisierung dürften die Bürgerrechte nicht vernachlässigt werden, betont Dr. Brink. „Wenn heute in einer Minute 38 Millionen Whatsapp-Nachrichten verschickt werden, muss der Gesetzgeber reagieren.“ Schließlich sei 2018 auch manches, was auf Facebook steht, „deutlich interessanter“ als das, was 1987 – unter strengen Auflagen – bei der Volkszählung abgefragt und bereits damals teils als anmaßend empfunden worden war. „Datenschutz ist also nichts Neues“, so Dr. Brink. „Es ist nur teuer geworden, Fehler zu machen.“

Dass die DSGVO nicht zwischen großen Unternehmen und ehrenamtlichen Vereinen unterscheidet, kritisiert auch der Datenschutzexperte. Doch er beruhigt die Vereinsvertreter: „Schauen Sie auf Ihre Mitglieder: Wenn die zufrieden sind, werden Sie nie ein Problem bekommen.“ Zwar stünden durchaus Abmahnanwälte in den Startlöchern, die nach Verstößen auf Internetseiten fahndeten; gegen die gibt Dr. Brink allerdings ein einfaches „Rezept“ an die Hand: „Sie müssen nur ein bisschen besser aufgestellt sein als 50 Prozent der Vereine.“

Verschwundene Fragezeichen im vollen Versammlungsraum

Beispielsweise gehörten ordentliche Datenschutzbestimmungen auf der Homepage dazu. „Eine Lösung hier ist an zwei Abenden hinzubekommen“, verspricht der Experte; auch mithilfe der Orientierungshilfen des Landesdatenschutzbeauftragten. Anwälte würden sich dann eher auf die Vereine konzentrieren, die schlechter vorbereitet sind. 

Andreas Deuschle wies darauf hin, dass nach Einführung der neuen DSGVO selbst etwa die Internetseite der Rechtsanwaltskammer Düsseldorf oder die Heimwerker-Community von Bosch erst einmal offline gegangen waren: „Also auch viele Profis wussten zunächst nicht, was sie machen sollen.“ Und auch wenn die großen Unternehmen „viele Dr. Brinks haben, die sich nur damit beschäftigen“, so der digitalisierungspolitische Sprecher der CDU im Landtag, mache auch das Angebot des zuständigen Landesbeauftragten den Datenschutz in Baden-Württemberg bürgerfreundlicher. Ein paar verschwundene Fragezeichen im voll besetzten Versammlungsraum waren ein Beleg dafür.

Mehr Infos:

Orientierungshilfe „Datenschutz im Verein nach der DS-GVO“

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