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15.08.2019

Deuschle informiert sich über Arbeit der Esslinger Igelstation

Einmal ein 39 Gramm leichtes Igel-Baby in der Hand. Anette Lampart (li.) päppelt das Kleine auf - ehrenamtlich auf ihrer Igelstation in Esslingen-Zell.

Wo Igel in Not aufgepäppelt werden

Am Mittwoch ging es einmal nicht um die große Landespolitik, sondern um kleine, nur vermeintlich stille Wesen, die sich meist im Schutz der Dämmerung aus ihrem Unterschlupf herauswagen und ihre Umgebung unsicher machen: Beim Besuch der Igelstation in Esslingen-Zell hat sich Andreas Deuschle darüber informiert, wie den gefährdeten Nützlingen geholfen werden kann, wenn sie unterernährt, unterkühlt oder verletzt sind.

Zu Hochzeiten bekommen schon mal bis zu 30 Igel ein Zuhause bei Anette Lampart, meist für rund vier Wochen. Platz finden sie in ihrem Keller ihres Wohnhauses, wo sie eine Aufpäppelstation für die hilfsbedürftigen Stacheltiere eingerichtet hat: Die Igelstation. Aktuell beherbergt Lampart zwei Schützlinge: Einen größeren Igel, der sich schwer verletzt hat, und ein zwei Wochen altes Igelbaby. Die kleine Camperin bringt 39 Gramm auf die Waage. 500 Gramm müssten es sein, damit sie den kalten Winter übersteht. Und da die Mutter fehlt, die das Kleine wärmt, wird es nun bei Frau Lampart auf Heizkissen gebettet.

Auf der Igelstation werden Rührei und Fencheltee gereicht

Seit 2013 nimmt sich Annette Lampart ehrenamtlich den stacheligen Vierbeinern an. Und wenn sich die Igel-Mama kümmert, tut sie das auch – so wie man es sich vorstellt – mit Milch-Fläschchen, an denen die Tiere nuckeln. Aber Vorsicht! Wer einen Igel findet, sollte hier nicht einfach zur Kuhmilch aus dem Kühlschrank greifen. Denn Igel sind laktoseintolerant und können von so einer Milch Durchfall bekommen. Deshalb bekommen Jungigel bei Lampart eine spezielle Hundeaufzuchtmilch und ältere Igel schlicht Wasser zu trinken, manchmal auch Fencheltee. Zu essen gibt’s für die Insekten-, Wurm- und Käferfresser Katzennassfutter, eingeweichtes Trockenfutter oder auch mal Rührei.

Jeder kann zur Igel-Mama für unterkühlte Igel werden

Beim Auffinden hilfsbedürftiger Igel, die gerade im insektenarmen Herbst auf Unterstützung angewiesen sind, sei meist aber nicht das Essen das Entscheidende, erklärt Lampart. Wichtig sei zunächst, die Tiere in die Hand zu nehmen und zu fühlen, ob sie warm sind oder unterkühlt. Ist Letzteres der Fall, rät die Expertin, das Tier auf eine Wärmflasche zu setzen und das ganze „Paket“ nochmals in ein Handtuch zu wickeln. Ist der Igel warm, aber anderweitig auf Hilfe angewiesen, soll er am besten zum Tierarzt oder eben in eine Igelstation gebracht werden.

„Der Einsatz, der dort von Ehrenamtlichen gezeigt wird, ist nicht nur bewundernswert und Ausdruck einer besonderen Tierliebe“, so Andreas Deuschle im Anschluss an seinen Besuch. „Er ist auch ein wichtiger Beitrag für unser Ökosystem“. Schließlich fressen Igel viele Schädlinge, die Gartenbesitzern zu schaffen machen, und sind daher echte Nützlinge.

Zunehmend durch den Menschen gefährdet

Allerdings werden sie zunehmend durch den Menschen gefährdet, in manchen Regionen sind sie schon vom Aussterben bedroht: Denn Straßen und Siedlungen engen ihren Lebensraum ein, in aufgeräumten Gärten und Parks fehlt es ihnen an Unterschlupfmöglichkeiten und Nahrung. Zudem fallen jährlich etwa eine halbe Million Igel dem Straßenverkehr zum Opfer. „Hilfe ist also wichtig“, so Deuschle unter Verweis auf Anette Lamparts Igelstation.

Diese ist eine Einrichtung des Tierschutzvereins Esslingen und auf Spenden angewiesen, damit Tierarzt und Futter bezahlt werden können. Wer also die Igelstation in Esslingen-Zell unterstützen will, kann dies ganz einfach mit einem Anruf bei der Spendenhotline 09001-555112 (nur aus dem deutschen Festnetz erreichbar) direkt 5 Euro an das Tierheim in Esslingen spenden. Der Betrag wird dann automatisch mit Ihrer Telefonrechnung eingezogen. Oder aber Sie können Ihre Spende auf das Konto 107941 (IBAN DE14 6115 0020 0000 1079 41) bei der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen (BLZ 611 500 20 bzw. BIC ESSLDE66XXX) überweisen.

 

 

 
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