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01.03.2018

Nirgendwo so viele Zugausfälle und Verspätungen wie in Stuttgart

Für Pendler ist es in Stuttgart weniger attraktiv als anderswo, mit der Regionalbahn statt mit dem eigenen Auto zu fahren.

Trotz belasteter Luft und drohender Fahrverbote: Die Nutzung der Regionalbahnen ist in Stuttgart unattraktiver als andernorts.

In keiner baden-württembergischen Großstadt kommt es im Regionalverkehr zu mehr Verspätungen und Zugausfällen als in Stuttgart. Das ist das Ergebnis einer Anfrage des Esslinger CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Deuschle an die Landesregierung.

Demnach fuhren in den sechs Monaten bis Ende Januar 2018 nicht einmal zwei von fünf Regionalbahnen punktgenau in den Hauptbahnhof der Landeshauptstadt ein. Selbst wenn es nach der Pünktlichkeitsrechnung der Bahn geht, wonach Züge mit weniger als sechs Minuten Verspätung als pünktlich gelten, steht der Stuttgarter Regionalverkehr mit einer Quote von 82,3 Prozent momentan vergleichsweise schlecht da: 2017 wurden etwa bundesweit Werte von über 94 Prozent erreicht.

Die Verspätungen im Raum Stuttgart seien vor allem auf sogenannte Zugfolgeprobleme zurückzuführen, teilt die Landesregierung mit. Das heißt, Züge werden von anderen vorausfahrenden Zügen aufgehalten. Dies sei insbesondere im Filstal sowie auf der Strecke zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und dem Stuttgarter Hauptbahnhof der Fall, wo häufig unpünktliche Züge des Fernverkehrs auf denselben Gleisen wie der Regionalverkehr fahren. 

Auch die Zugausfälle sind am Stuttgarter Hauptbahnhof nach Angaben der Landesregierung überdurchschnittlich hoch. So fielen am Stuttgarter Hauptbahnhof vom 1. August 2017 bis 31. Januar 2018 insgesamt 1.418 Regionalbahnen aus. Das sind pro Tag bis zu acht Züge. Mehr als jeder dritte Zug, der in Baden-Württemberg ausfällt, ist damit eine Bahn in Stuttgart.

„Insgesamt liegen die Ursachen von etwa zwei Dritteln der Ausfälle im Verantwortungsbereich der DB Regio“, heißt es dazu unverblümt in der Stellungnahme der Landesregierung. Schuld sind demnach in erster Linie Fahrzeugschäden, aber auch fehlendes Personal spielt eine große Rolle.

Andreas Deuschle bezeichnet diese Zahlen vor dem Hintergrund der neuesten Fahrverbotsdiskussionen als Katastrophe: „Wir haben in Stuttgart einen Feinstaub-Alarm nach dem anderen, diskutieren jetzt sogar über Fahrverbote, gleichzeitig ist aber der Regionalverkehr nirgendwo so unzuverlässig und unpünktlich wie in der Landeshauptstadt: So bringt man natürlich auch niemanden dazu, vom Auto auf die Bahn umzusteigen.“

Die Landesregierung weist übrigens in ihrer Antwort an den CDU-Abgeordneten darauf hin, dass der Feinstaubalarm bislang noch nicht in dem Umfang zu einem Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel geführt hat, dass die Betriebsqualität eingeschränkt wurde. Die Zahl der Pendler, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen, erhöht sich also an Tagen mit Feinstaubalarm wohl nicht nennenswert.

 
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© Andreas Deuschle MdL 2018