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13.04.2018

Digitalisierung trifft Arbeitsplätze in Baden-Württemberg besonders stark

In keiner anderen Region in Deutschland werden mehr Arbeitsplätze im Zuge der Digitalisierung wegfallen oder neu entstehen als in Baden-Württemberg. Der Anteil der betroffenen Jobs liegt im Südwesten bei 6,7 Prozent.

Umbrüche auf dem Arbeitsmarkt positiv gestalten!

Die Digitalisierung der Wirtschaft wird bis zum Jahr 2035 im Arbeitsmarkt zu großen Umbrüchen führen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Bonner Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Besonders stark betroffen ist demnach Baden-Württemberg, wo voraussichtlich 210.000 Arbeitsplätze auf Grund der Digitalisierung wegfallen werden. Der digitalisierungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Andreas Deuschle MdL, sieht jedoch keinen Grund für Pessimismus.

„Wir wissen, dass beispielsweise ein Roboter zwei Arbeitsplätze in der deutschen Industrie ersetzt. Deshalb sind in Deutschland auch schon zwischen 1994 und 2014 275.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Zu Entlassungen hat diese Entwicklung aber trotzdem nicht geführt“, sagt Deuschle. Die Stellen seien einfach nicht mehr nachbesetzt, andere dafür geschaffen worden.

So hält auch die neue Studie des IAB und BIBB fest, dass in Baden-Württemberg bis 2035 durch die Digitalisierung 200.000 neue Jobs entstehen werden. Vor allem im Breich „Information und Kommunikation“ kann der Südwesten offenbar mit neuen Arbeitsplätzen punkten. Überdurchschnittliche Zuwächse werden außerdem in der Gastronomie, im Verkaufsbereich, bei sozialen Berufen oder in der Reinigungs- und Entsorgungsbranche prognostiziert.

„Man kann also nicht sagen, dass immer die Berufe mit einfachen Tätigkeiten durch die Digitalisierung bedroht werden“, betont Deuschle. „Manchmal sind es gerade die Beschäftigten dort, die weniger Angst vor der Digitalisierung haben müssen.“ Denn Wahrnehmung und Feinmotorik sowie soziale und kreative Intelligenz ließen sich – zumindest in naher Zukunft – nicht durch die Technik ersetzen.

Trotzdem müssten angesichts größerer Verschiebungen von Arbeitsplätzen zwischen Branchen, Berufen und Anforderungsniveaus die Möglichkeiten zur Weiterbildung und Umschulung ausgebaut werden, so der CDU-Politiker. Auch die Unternehmen stünden vor großen Herausforderungen. Deuschle: „Hier ist die Politik gefordert, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.“

In Baden-Württemberg habe die Landesregierung etwa 2017 mit einer Digitalisierungsprämie konkrete Projekte zur Einführung neuer digitaler Lösungen in kleinen und mittleren Unternehmen gefördert. Die Ergebnisse der Modellphase werden nunmehr ausgewertet. Auch die Unterstützung von innovativen Start-ups bilde einen Schwerpunkt. Mit dem bundesweit einmaligen Förderprogramm „Startup BW Seed“ helfe die Landesregierung jungen Unternehmen in der ganz frühen Gründungsphase dabei, sich am Markt zu etablieren. Deuschle: „Die Tatsache, dass sie sich von vornherein an den neuen technischen Möglichkeiten ausrichten können, macht sie besonders erfolgreich.“

Für den Politiker steht fest: „Wenn es uns gelingt, neue digitale Unternehmen ins Land zu holen und alte Unternehmen fit für die digitale Zukunft zu machen, eröffnet die Digitalisierung neue Dynamik und Perspektiven für die Innovationsregion Baden-Württemberg.“ Das besonders hohe Umsatzplus, das digitalisierte Unternehmen in den vergangenen Jahren erzielt haben, weise hier den Weg. Außerdem falle es Unternehmen mit hohem Digitalisierungsgrad leichter, sich an veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen anzupassen – und damit in Krisenzeiten Unternehmensschließungen und Entlassungen zu vermeiden.

Insgesamt sieht Deuschle die baden-württembergische Innovationsregion mit Blick auf den digitalen Wandel schon jetzt gut aufgestellt: „Das in Stuttgart und Tübingen ansässige Projekt Cyber Valley als eine der größten Forschungskooperationen Europas auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz beweist, dass wir das Zeug zum digitalen Musterländle haben.“

Mehr Infos aus der Studie finden Sie hier im IAB-Kurzbericht.

 
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