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26.09.2019

Deuschle spricht beim Wirtschaftsrat e.V. in Esslingen

Andreas Deuschle im Gespräch mit dem Geschäftsführenden Gesellschafter der Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG, Heinrich Baumann.

Mobilitätswandel im Autoland Baden-Württemberg

Der Ruf nach nachhaltiger Mobilität ist unüberhörbar, teils hat der Mobilitätswandel sogar schon begonnen. Doch die Abkehr vom Verbrennungsmotor hat gravierende Auswirkungen auf die Automobilindustrie, von der in Baden-Württemberg jeder neunte Arbeitsplatz abhängt. Über eine Branche im Umbruch diskutierte Andreas Deuschle am Mittwoch (25. September) in Esslingen mit Unternehmerinnen und Unternehmer des Wirtschaftsrats e.V.

Oft wird sie beschrieben, oft beschworen: Die Innovationsregion Baden-Württemberg. Aber bleibt sie das auch, wenn im Zuge der geforderten Verkehrswende die für diesen Standort so zentralen Autohersteller und Zulieferer umdenken müssen? Um diese Sorge ging es bei einer Veranstaltung, zu der der Wirtschaftsrat e.V. (Sektion Esslingen/Göppingen) am Mittwoch bei der Ebersprächer Gruppe GmbH & Co. KG in Esslingen eingeladen hatte.

Esslinger Zulieferer punktet mit innovativen Lösungen

Der Autozulieferer ist selbst vom Mobilitätswandel betroffen – gestaltet ihn aber bislang erfolgreich mit. So stellte Heinrich Baumann als Geschäftsführender Gesellschafter eindrücklich vor, wie das Unternehmen mit innovativer Abgastechnik international punktet. So hat Eberspächer mit seiner Leichtbautechnik oder seinen Abgaskonzepten einen wesentlichen Anteil daran, dass Autos heute strengste Emissionsvorschriften einhalten können. Vor allem aber agiert das Unternehmen vorausschauend, wie Baumann betonte, und arbeitet etwa mit Blick auf den aufstrebenden Elektroantrieb an Lösungen für das komplexe Thermomanagement.

"Die Politik ist für den Rahmen zuständig"

Für den als Forschungspolitiker eingeladenen örtlichen CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Deuschle hätte es kaum ein besseres Beispiel dafür geben können, dass Baden-Württemberg als Innovationsregion Nummer Eins den Wandel schaffen kann. Selbst verwies Deuschle auf das Forschungscluster CELEST in Ulm und Karlsruhe, das bereits jetzt international den zweitgrößten wissenschaftlichen Output auf dem Gebiet der Batterieforschung vorweisen kann, oder auf VARTA aus Ellwangen, den einzigen deutschen Massenhersteller von Batteriezellen, der sich zutraut, diese auch für Elektroautos zu produzieren. Bosch setze neben E-Mobilität und Brennstoffzelle vor allem auf die Automatisierung von Autos. Deuschle dazu: „Die Politik ist hier für den Rahmen zuständig – die Industrie muss ihn ausfüllen!“

43,5 Millionen Euro Landesförderung für E-Mobilität

Während etwa in anderen Ländern nach dem Abgasskandal der Verkauf von Dieselautos seitens der Behörden gestoppt worden sei, mehrere Staaten gar das gänzliche Aus für den Verbrennungsmotor forcierten, gebe es in Deutschland keinen vergleichbaren Druck auf den für den heimischen Wirtschaftsstandort zentralen Industriezweig: „Die Bundesregierung hat der Autobranche Zeit zur Umstellung verschafft“, so Deuschle. Darüber hinaus helfe man der Branche auch ganz konkret beim Umstieg: „Aktuell gibt allein das Land Baden-Württemberg in nur vier Jahren 43,5 Millionen Euro für E-Mobilität aus.“

„Schon Anfang der 1990er Jahre hat übrigens die Bundesregierung die deutschen Autohersteller  beim weltweit größten Feldversuch in Sachen Elektromobilität unterstützt“, erinnerte Deuschle. „Und die damaligen Ergebnisse waren durchaus vielversprechend. Man wollte weltweit führend sein bei der E-Auto-Batterie!“  Entsprechend habe damals CDU-Innenminister Manfred Kanther sogar das Ziel ausgegeben, dass im Jahr 2000 mindestens 10 Prozent der Neuwagen E-Autos sein sollten. Doch wegen mangelnden öffentlichen Interesses hätten die deutschen Autobauer die Forschung in diesem Bereich vernachlässigt. So waren im ersten Halbjahr 2019 nur 2,6 Prozent der Neuwagen in Deutschland reine Elektroautos und Plug-in-Hybride.

Technologieoffenheit und Innovation als Leitmotiv

Insgesamt ist Deuschle als Vorsitzender des Wissenschaftsausschusses die technologieoffene Förderung von Forschung und Entwicklung alternativer Antriebe genauso wichtig wie innovative Maßnahmen zur Luftreinhaltung, die die Politik unabhängig von der Autobranche umsetzt: Beim Wirtschaftsrat verwies der Landtagsabgeordnete ausdrücklich auf die von der CDU innerhalb der Landesregierung durchgesetzten Vorhaben wie die Filtersäulen, den High-Tech-Asphalt oder die spezielle Fassadenfarbe, die in Stuttgart eingesetzt werden, um Stickoxide aus der Luft zu filtern oder in unschädliche Stoffe umzuwandeln.

Grundsätzlich verteidigte Deuschle den vergleichsweise zurückhaltenden Kurs der in Land und Bund regierenden CDU gegenüber der Autobranche: „Ganz unabhängig von politischen Vorgaben hat schließlich jetzt Daimler die Entwicklung von Verbrennungsmotoren gestoppt, um sich auf das E-Auto zu fokussieren.“ Einen ähnlichen Kurs würden VW oder BMW einschlagen. Hinzu käme der Wunsch von immer mehr Verbrauchern nach einem Mobilitätswandel, wie eine aktuelle Umfrage des ADAC zeige: „Jeder Zweite hält den heutigen Verkehr inzwischen für eine ernste Bedrohung für Umwelt und Klima.“ Auch das mache den Handlungsbedarf deutlich. Schon in sechs Jahren, so Prognosen, könnten dann weltweit ein Viertel aller verkauften Neuwagen (teil-)elektrisiert sein. Aber – so Deuschle beim Esslinger Autozulieferer Eberspächer: „Wo, wenn nicht hier bei uns, wird der Mobilitätswandel gemeistert?“

 
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© Andreas Deuschle MdL 2019