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28.10.2019

Esslinger Dialog gegen Antisemitismus

Zusammenstehen gegen Antisemitismus: (von links) Publizist Dr. Reinhard Olschanski, Andreas Deuschle MdL (CDU), Andrea Lindlohr MdL (Grüne), Baden-Württembergs Antisemitismusbeauftragter Dr. Michael Blume, Michael Kashi von der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg und Nicolas Fink MdL (SPD).

"Als Demokraten mit einer Stimme sprechen"

Nach dem antisemitischen Anschlag in Halle hat Andreas Deuschle mit seinen Wahlkreiskollegen im Landtag, Andrea Lindlohr und Nicolas Fink, am Donnerstag (24. Oktober) ein überparteiliches Zeichen gegen Hass und Hetze gesetzt: In einer gemeinsamen Veranstaltung im Alten Rathaus in Esslingen gingen sie gemeinsam mit Experten der Frage nach, wie es ist, in Deutschland als Jude zu leben und vor welchen Herausforderungen diesbezüglich die Gesellschaft steht.

Mit dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle ist der Antisemitismus in Deutschland wieder in das öffentliche Bewusstsein gerückt. So beobachtet Michael Kashi von der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg zwar einen zunehmenden Zusammenhalt in der Bevölkerung; er glaubt aber auch, dass der Antisemitismus vermutlich nie ganz verschwinden wird. Die Situation heute beschreibt er so: „Einige Mitglieder unserer Gemeinde haben Angst, offen zu sagen, dass sie Juden sind. Sie verbieten ihren Kindern, in der Schule ihre Herkunft und Religion preiszugeben.“

Für ein buntes statt schwarz-weißes Bild des Judentums

Baden-Württembergs Antisemitismusbeauftragter Dr. Michael Blume, der kürzlich erst dem Landtag einen Bericht mit konkreten Handlungsempfehlungen vorgelegt hat, fordert deshalb auch einen neuen Ansatz in der Bildung und Pädagogik: „Kinder lernen das Judentum heute nur noch in schwarz-weiß und im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg kennen. Das ist zwar auch sehr wichtig und muss beibehalten werden, allerdings muss es das auch wieder in Bunt geben und das lässt sich am besten mit direkten Begegnungen umsetzen.“

Entschiedenerer Umgang mit Hassrede im Internet 

Publizist Dr. Reinhard Olschanski, der dritte Experte auf dem Podium, hat sich in seinem aktuellen Buch „Der Wille zum Feind“ mit der Sprache der Populisten auseinandergesetzt. Er verwies in der Diskussion darauf, dass Antisemiten „den Juden“ gezielt zum Sündenbock machen, um das eigene Ego aufzubessern, und durch die Schaffung eines Feindbildes ein Wir-Gefühl erzeugen wollen.

Neben einer Modernisierung der Lehr- und Bildungspläne im Land fordert Andreas Deuschle deshalb auf europäischer Ebene auch einen entschiedeneren Umgang mit Hassrede und rassistischen Ressentiments im Internet: „Große Internetkonzerne müssen zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie ihre Inhalte nicht auf diese überprüfen und filtern.“ Insgesamt sprach sich Deuschle im Kampf gegen Antisemitismus für einen engen Schulterschluss aus: „Es kommt darauf an, dass wir als Demokratinnen und Demokraten hier mit einer Stimme sprechen. Einer Stimme, die Hass und Hetze eine klare Absage erteilt. Einer Stimme, die Antisemitismus und Rechtsextremismus entschieden entgegentritt.“

 
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© Andreas Deuschle MdL 2019